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Rosa Strippe e.V. Newsletter - Ausgabe März 2016 vom 05.03.2013

Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Erziehung, Beratung, Therapie und Selbsthilfe

Ein Themenabend im Rahmen der Herner Gesundheitswoche – eine Veranstaltung der Paritätischen Akademie NRW in Kooperation mit der Rosa Strippe e.V.

Zu einem Themenabend im Rahmen der Herner Gesundheitswoche für haupt- und ehrenamtlich pädagogische Tätige und andere Interessierte laden wir am Montag, dem 07.03.2016 um 19.00 Uhr in unser Haus ein.

Wenn es um eine gute psychosoziale Versorgung geht, sehen sich lesbische Frauen, schwule Männer, Bisexuelle und Trans*Menschen noch immer Barrieren im Gesundheitswesen ausgesetzt. Sie erleben z. B., dass ihre sexuelle Identität als ausschließlich sexuelles Handeln gesehen und abgewertet wird. Jugendliche werden damit konfrontiert, dass es sich um eine "Phase" handeln würde. Nicht selten sehen sie sich Versuchen einer Konversion ihrer Identität ausgesetzt.
Nicht nur in ihren Familien, in Schulen und am Arbeitsplatz sind Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Menschen besonders gefragt, eine Lösung dafür zu finden, ob und wie sie ihre sexuelle und geschlechtliche Identität zum Thema machen wollen. Im Laufe ihrer Lebensgeschichte verinnerlichen sie negative Einstellungen zu ihrer Person so, dass sie zusätzlichem Stress ausgesetzt sind.

Der Infoabend richtet sich an alle, die sich in Erziehung, Beratung, Therapie und Selbsthilfe mit dem Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt beschäftigen. Der Eintritt ist frei, Spenden für unsere Arbeit sind erwünscht.

WIR – Walk in Ruhr eröffnet – neues Beratungsangebot der Rosa Strippe e.V.

WIR – Walk in Ruhr

Seit dem 01.03.2016 hat das "WIR – Walk in Ruhr" seinen Betrieb aufgenommen. Das neue Zentrum für sexuelle Gesundheit und Medizin in der Großen Beckstraße 12 bietet unterschiedliche Angebote unter einem Dach. Die interdisziplinäre immunologische Ambulanz des St. Josef – Hospitals und die Aidshilfe Bochum e.V. sind in die neuen Räume umgezogen, das Gesundheitsamt, Pro Familia e.V., Madonna e.V. und wir sind mit regelmäßigen Sprechstunden vertreten.

Das "WIR – Walk in Ruhr" kümmert sich um alle Anliegen, Fragen und Themen im Zusammenhang mit sexueller Gesundheit, dabei geht es sowohl um psychosoziale, wie um medizinische Aspekte. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit ist eine Verbesserung der psychosozialen Versorgung schwuler Männer und von Männern, die mit Männern Sex haben, unabhängig davon, wie sie selbst ihre Identität sehen.

Persönliche Beratungen ohne Voranmeldung im neuen WIR finden immer donnerstags von 14.00 bis 16.00 Uhr mit der Rosa Strippe e.V. statt: im März noch am 10.03. und 17.03., im April dann am 07.04., 14.04. und 28.04.

Otto-Meinecke-Straße wird am Dortmunder U gewidmet


Foto: Rosa Strippe e.V.

Stolperstein für Otto Meinecke
Blog von Slado e.V.

Otto Meinecke wurde nur 61 Jahre alt – am 13. Juli 1942 wurde er im Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin ermordet. Als schwuler Mann ist er einer der vielen Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft in Deutschland. Am 28.01.2015 hatte die Dortmunder Bezirksvertretung Innenstadt West die Namensgebung der neuen Otto-Meinecke-Straße beschlossen. Die Einweihung findet nun am 18.03.2016 um 11.00 Uhr statt.
"Damit hat Dortmund einen bisher in der bundesdeutschen Geschichte der Würdigung von verfolgten homosexuellen Männern in der NS-Zeit einen bisher einmaligen Schritt getan", so Frank Siekmann vom Dortmunder Verein Slado.

Ein Stolperstein für Otto Meinecke, vom Künstler Gunter Demnig verlegt, liegt seit Donnerstag, dem 09.02.2012, vor dem Haus in der Dortmunder Kleppingstraße 6. Die Initiative, Recherchen und Bericht zum Leben und Tod von Otto Meinecke stammen von Jürgen Wenke, die Patenschaft zu dem Stolperstein hat unser Verein übernommen.

Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt: "How to be gay"

James Dawson: How to Be Gay. Alles über Coming-out, Sex, Gender und Liebe. Frankfurt / Main 2015

Leseprobe

Auf den ersten Blick wirkt der Titel des Buches "How to be gay", als deutsche Ausgabe im Jahre 2015 im Fischer Verlag veröffentlicht, als würde es eine Anleitung für das Leben aller Menschen sein wollen, die sich als gay oder als LSBT* identifizieren. Dass diese absurde Idee, es gäbe eine Anleitung oder ein klares Schema, in dem sich LSBT*-Menschen bewegen, nicht die Intention des Autors und ehemaligen Lehrers James Dawson ist, stellt dieser gleich in seinem Vorwort zu Beginn klar.

Dawson eröffnet seinen Leser_innen den Blick darauf, wie LSBT*-Lebensentwürfe aussehen können und stellt neben seiner eigenen Meinung die Positionen vieler unterschiedlicher Menschen vor, um eben genau diese Vielfalt und die Unterschiede herauszufinden und aufzuzeigen. Die Mixtur aus vielen, unterschiedlichen Meinungsbildern, Alltags- und Lebenserfahrungen, Fakten wie Statistiken und Gesetzeslagen macht das Lesen abwechslungsreich und dank eines sehr lockeren, witzigen und offenen Schreibstils besonders für Jugendliche und junge Menschen interessant.

Während des Durchblätterns durch das Buch fällt ins Auge, dass Dawson für einige beschriebene Lebenslagen, von Coming-out über Diskriminierungserfahrungen bis hin zu Verknüpfungen von LGBT* mit bestimmten Themen wie Religion, gemeinsam mit den Menschen, die er per Interview mit in sein Werk integriert hat, einige Tipps und Ratschläge für seine Leser_innen parat hat, die sich in solchen Situationen befinden; Empowerment für LSBT* großgeschrieben! Daran knüpft eine Liste im Anhang an, auf der zahlreiche hilfreiche Links zum Thema allgemein, Beratungsmöglichkeiten und Jugendkontaktstellen aufgelistet sind, gleich gefolgt von einem kleinen Lexikon mit bedeutenden Menschen für die LGBT*-Szene oder Teilen davon und ihrer Geschichte. Auch Menschen, die sich nicht als LGBT* identifizieren, aber gerne ungezwungen und interessiert einen Rundumschlag zu dem Thema suchen oder Eltern und Familie, die ein kleines Kapitel ganz für sich bekommen haben und nebenbei vielleicht einen Teil des Lebens ihrer Kinder und Angehörigen besser kennenlernen wollen, sind an der Stelle eingeladen, das Buch zur Hand zu nehmen. Für eine gemeinsame Wissensbasis sorgt knapp und prägnant ein Teil, in dem Begriffe rund um LGBT* erklärt werden.

James Dawson erinnert immer wieder daran, dass Menschen und Situationen nicht pauschalisiert und in einen Topf geworfen werden dürfen; darum empfiehlt sich beim Lesen des Buches nicht zuletzt immer auch ein kritischer Blick und ein Schritt zurück, um den Ton des Buches nicht zu übersehen und Eindrücke nicht als neue Klischees und Vorurteile zu verinnerlichen. Letztendlich besticht "How to be gay" mit Vielfalt der Darstellung und Darstellung der Vielfalt, was während des Lesens einfach Freude bereitet. (Pia Meiseberg)

Workshop zu sexueller Vielfalt

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Foto: Team SchLAu Bochum - Kinder- und Jugendring Bochum e.V.

Kinder- und Jugendring Bochum e.V.

Jugendverbände sind ein Ort, in denen Jugendliche jeder sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Zugehörigkeit leben, sich erproben und verwirklichen können. Dass es keine Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Identität und Orientierung geben darf, gehört zum selbstverständlichen Grundkonsens. Dagegen vorzugehen bedeutet, ihre offene und selbstverständliche Anwesenheit und Beteiligung in allen gesellschaftlichen Bereichen zu fordern und die entsprechenden gesellschaftlichen Veränderungsprozesse anzustoßen und zu befördern. Dennoch zeigen Studien in trauriger Regelmäßigkeit, dass Homophobie und Transphobie fester Bestandteil in Klassenräumen, Freizeiteinrichtungen und auf Schulhöfen sind und Ausdrücke wie "schwule Sau" oft zur Alltagssprache gehören. Manchmal entsteht so ein Klima gegenseitiger Feindseligkeit, unter dem nicht nur homo-, bi und trans* Jugendliche leiden, sondern das alle betrifft.

Der Kinder- und Jugendring Bochum e.V. lädt ein zur Fortbildung "Sexuelle Vielfalt" am Dienstag, 26. April 2016 von 18.00 Uhr bis ca. 20.30 Uhr in unserem Haus mit Marta Grabski und unserem SchLAu Team. Im Workshop sensibilisieren wir für vielfältige Lebensweisen. Im Zentrum steht die Begegnung mit Lesben, Schwulen, Bi- und Trans*. Weiter wird es die Möglichkeit zu einem Austausch geben, bei dem wir für alle Fragen rund um das Thema offen sind.

Anmeldungen bitte bis zum 15.04.16 an den Kinder- und Jugendring, Neustraße 7, 44787 Bochum, Tel. 0234 - 43 88 09 30, info@jugendring-bochum.de

Unsere nächsten Termine …

Unsere Kalender
für März und April

Link zur Veranstaltung mit Maren Kroymann

Am Karfreitag und Ostermontag machen wir eine kurze Pause – am Dienstag, dem 29.03. sind wir wie gewohnt wieder da!

05.03.2016 – 22.00 Uhr bis 04.00 Uhr – BO-YS – Party für Schwule und Co. im Kulturzentrum Bahnhof-Langendreer, Wallbaumweg 108, 44894 Bochum

07.03.2016 – 18.00 Uhr
- Senlima - sei unbegrenzt! – immer montags für lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Jugendliche und junge Menschen von 14 - 27 Jahren mit Migrationshintergrund und / oder Flüchtlingsproblematik

Küchengespräche - meet&eat
ist ein neues Angebot unter unserem Dach, das am Mittwoch, dem 09.03.2016 um 19.00 Uhr startet: Gemeinsames Kochen für Lesben, Schwule, Bi und Trans* jeden Alters und jeder Herkunft, dieses Mal gibt es Gemüse aus dem Wok – wir freuen uns über eine Spende für die Lebensmittel!

Maren Kroymann liest ... CAROL - Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe "Literatur im Hörsaal" wird Maren Kroymann ausgewählte Texte aus dem berühmten Buch "Carol" von Patricia Highsmith lesen. Ein Buch, dessen Verfilmung auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes Weltpremiere feierte und die leidenschaftliche Affäre zwischen Carol Aird und Therese Belivet beschreibt. Die Lesung findet am 9. März 2015 ab 20:00 Uhr in der Universität Köln  statt (Medizinische Fakultät, Großer Hörsaal 1, LFI Gebäude 13: Ebene 01, Kerpener Straße 62, 50937 Köln). Karten können für 20,00 € an der Abendkasse (ab 19:00 Uhr) erworben werden.

10.03.2016 – 18.00 bis 21.00 Uhr
HeimSpiel – immer donnerstags für junge Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Menschen bis 27

11.03.2016 – 16.00 bis 22.00 Uhr
café freiRAUM. – immer freitags für junge Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Menschen bis 27

13.03.2016 – 15.00 bis 18.00 Uhr
Ratz und Rübe – für Regenbogenfamilien und solche, die es werden wollen – ein Angebot der Paritätischen Akademie NRW in Kooperation mit der Rosa Strippe e.V. und ILSE des LSVD.

17.03.2016 – 19.00 bis 21.15 – ALTERnativ-Los! für ältere Lesben – begleitet von Lena Laps – ein Angebot der Paritätischen Akademie NRW in Kooperation mit der Rosa Strippe e.V.

26.03.2016 – 19.00 Uhr - Ruhrpott-Bi – Gruppe und Stammtisch für Bisexuelle

Zu guter Letzt…

Rosa Strippe e.V.

Kortumstraße 143
44787 Bochum
Büro (0234) 640 46 21
Beratung (0234) 194 46
Fax (02 34) 516 57 67
info@rosastrippe.de
www.rosastrippe.de


Verantwortlich für diesen Newsletter:
Markus Chmielorz, Dipl.-Päd.

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Staatliches Handeln brauche die Expertise der Freien Träger und deren Angebote für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter*, so sagte es gestern die nordrhein-westfälische Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Barbara Steffens. Für uns ist das ein Teil des erfolgreichen Kampfes gegen Diskriminierung und für mehr Bürger_innenrechte, dass wir als kompetente Partner_innen wahrgenommen werden, deren Expertise für die psychosozialen Angebote im Land gefragt ist. Konkret wies die Ministerin auf die prekäre Situation von Geflüchteten hin, deren Asylgrund die Verfolgung aufgrund ihrer sexuellen Identität ist. Für sie brauchen wir geschützte Räume, in denen selbstverständlich und ohne Gewaltandrohung hier ankommen können. Einer dieser Räume ist das Angebot Senlima für Menschen bis 27, das wir jeden Montag unter dem Dach unseres Hauses in der Kortumstraße 143 anbieten. Als nächstes braucht es auch in Bochum ein Angebot, um Geflüchtete bei Gewalterfahrungen in Erstaufnahmeeinrichtungen schnell unterbringen zu können. Und: Diese Expertise braucht Ressourcen, vor allem personelle. Neue Angebote der Freien Träger wird es also nicht zum Nulltarif geben können. Und obwohl der Landtag bereits eine Erhöhung der Mittel für die psychosoziale Beratung in NRW beschlossen hat, warten wir noch darauf, ob die fünf landesgeförderten Beratungsstellen, deren Personalkosten seit 2003 eingefroren sind, die für den Ausbau des Beratungsangebotes dringend erforderlichen Mittel erhalten werden. Auch dafür brauchen wir Ihre Unterstützung!

Für das Team der Rosa Strippe e.V. grüßt
Markus Chmielorz